Arbeitsunfälle und wie man sie verhindert

Meine Frau und ich bauen gerade unser gemeinsames Traumhaus, wobei wir viele Handwerksarbeiten in Eigenleistung erbringen. Im Zuge dessen bin ich in meinen freien Minuten derzeit intensiv mit der Lektüre aller möglicher Fachzeitungen beschäftigt und bin dabei über einige Artikel gestolpert, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Der erste Bericht handelte von den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle. Jetzt mag der ein oder andere natürlich denken „Was interessiert den Kerl das denn? Zumal er Finanzbeamter ist“. Aber tatsächlich verbinde ich die Möglichkeiten der Arbeitsunfälle letztendlich auch mit den Gefahren, die mit dem Bauen eines Hauses verbunden sind und die ich bisher erfolgreich ausgeblendet hatte. Die häufigsten Arbeitsunfälle passieren infolge von Stolpern, Rutschen oder Stürzen. Als zweite Ursache wird das falsche Bedienen von Werkzeugen und Maschinen aufgeführt. Weiterhin passieren Arbeitsunfälle durch die Missachtung von Vorschriften und mangelnder Erfahrung und auch durch zu viel Routine. Bei letzterem konnte ich getrost aufhören zu lesen, da das bei mir als Finanzbeamter mit Sicherheit nicht als Ursache in Frage kommt. Zudem projiziere ich die Arbeitsunfälle in meinem Fall natürlich ausschließlich auf die privaten Tätigkeiten auf meinem Bau, denn als Finanzbeamter kann ich vielleicht einen Rückenschaden durch falsche Haltung am PC erhalten, aber ich denke ansonsten liege ich nicht wirklich im Risikobereich.

Der nächste Artikel, der mich stutzig machte, war der über ein Urteil des Landessozialgerichts. Hier hat ein Versicherter der gesetzlichen Unfallversicherung erfolgreich gegen die Berufsgenossenschaft geklagt, die eine Zahlung für seinen „Arbeitsunfall“ verweigert hatte. Konkret hat sich der selbständige Schlosser auf dem Weg zu seinem Auftraggeber morgens mit dem Rücken zur Treppe seines privaten Mehrfamilienhauses die Sicherheitsschuhe zugebunden und dabei das Gleichgewicht verloren. Er ist rückwärts die Treppe runtergefallen und erlitt dabei gravierende Rückenverletzungen. Der Versicherte meldete diesen Unfall seiner Berufsgenossenschaft, die die Entschädigung ablehnte. Nun hat er in der Berufungsinstanz aber Recht bekommen. Das Anziehen der Sicherheitsschuhe stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit. Es stehe ihm frei, ob er die Schuhe erst auf der Baustelle oder eben zu Hause anziehe. Hier wurde aber nochmal ausdrücklich von Seiten des Landessozialgerichts auf die Notwendigkeit des Tragens von Sicherheitsschuhen bei bestimmten Tätigkeiten hingewiesen.

Ich nahm das Lesen der beiden doch sehr aufschlussreichen Berichte zum Anlass, um einen Fachhändler für Arbeitsschutz in unserem Ort aufzusuchen. Diesem legte ich meine derzeitige Situation im Rahmen der Arbeiten auf unserem privaten Bau dar und er beriet mich eingehend über mögliche Arbeitsschutzutensilien. Angefangen bei Handschuhen und einem Helm kamen wir direkt auf das Thema Sicherheitsschuhe zu sprechen. Dabei klärte er mich über die verschiedenen Sicherheitsklassen dieser auf. Beginnend bei S1, die nur einen sogenannten Grundschutz bieten wie bspw. Zehenklappen und dann bis zu der Klasse S5 zunehmend wasserfest, teilweise feuerfest, isolierend oder sogar durchtrittsicher sind. Manche Berufsgruppen benötigen sogar säurebeständiges Schuhwerk. In diesem Shop für Sicherheitsschuhe entschied ich mich dann direkt für einen Sneaker, der optisch einem reinen Freizeitschuh entspricht, trotzdem aber eine durchtrittsichere Sohle und eine Zehenklappe besitzt. Auch meine Frau habe ich umgehend in den Laden geschickt, um sich ein Paar von den doch ansprechenden Damensicherheitsschuhen auszusuchen.

Heute ist unser Traumhaus fertig gestellt und auch schon bezogen. Zum Glück sind uns jedwede Unfälle erspart geblieben. Ich kann trotzdem nur betonen, wie wichtig es ist, sich entsprechend zu schützen. Sei es im privaten Bereich oder auch bei der Arbeit! Wie ich mein Büro mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch eingerichtet habe, beschreibe ich in einem anderen Artikel ausführlich.